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Auf dem Land fehlen die Lebensretter

25.09.2019

In Sambia fehlen Ärztinnen und Ärzte. SolidarMed unterstützt die Ausbildung von Medizinern mit praxisnahem Bachelorstudium.

Nicht nur Krankenpflegende sind in Sambia Mangelware, auch Ärzte und Ärztinnen gibt es nicht genug. Um diesem Problem entgegenzutreten, unterstützt SolidarMed die Ausbildung von sogenannten Medical Licentiates (ML). Sie sind eine Art Zwischenstufe zwischen Krankenpflege und Arzt. Sie können Behandlungen durchführen, ohne dass ein Arzt anwesend ist. Die Ausbildung an der Levy Mwanawasa Medical University dauert vier Jahre und entspricht einem Bachelorabschluss. Der Unterricht enthält theoretische und praktische Module. Als Lernhilfen dienen digitale Medien oder Simulationstrainings direkt in den Spitälern, anstatt in einem Klassenzimmer.

In Mpanshya (Sambia) ist Malaria weit verbreitet. Medical Licentiates behandeln auch akute Fälle und retten Kleinkindern das Leben.

Die besondere Herausforderung bei den Ärzten ist, dass viele, die in einem urbanen Umfeld studiert haben, eine Anstellung in einem Spital in der Nähe einer Stadt bevorzugen. «Dadurch fehlt medizinisches Personal auf dem Land», bedauert Arnold. Darum hat SolidarMed zusammen mit den zuständigen Stellen in Sambia die Bildungsinhalte überarbeitet, so dass es nun möglich ist, sich auch ohne einen klinischen Hintergrund für die Ausbildung anzumelden. Natürlich geht es aber nicht nur darum, möglichst viele MLs auszubilden, sondern vor allem darum, die Qualität der Ausbildung sicherzustellen.

Zahl der Medical Licentiates verdoppelt

Für SolidarMed ist die Ausbildung von Ausbildnern wichtig, damit das Programm nachhaltig ist. Auch Dr. Zulu, Gynäkologe und Geburtshelfer am Mansa General Hospital, hat eine Weiterbildung genossen. Beim Training ist ihm der Fokus auf die Interaktion aufgefallen: «Schon zu Beginn des Kurses haben wir Teilnehmenden untereinander diskutiert. Jeder hat die Möglichkeit erhalten, sich auszudrücken, seine Meinungen kundzutun und gemeinsam darauf aufzubauen». Ausserdem hätte der Dozent sein Wissen in kleinen Portionen weitergegeben, so dass Zeit blieb für Diskussionen.
Mit dem Rückhalt des sambischen Gesundheitsministeriums konnte die Anzahl Studenten verdoppelt werden.

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SolidarMed Fokus 03/19

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