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Raus aus der Armutsfalle

26.11.2019

Es ist sieben Uhr morgens als mich Dr. Alvern Mutengerere, Projektleiter für nicht-übertragbare Krankheiten bei SolidarMed in Simbabwe, abholt.

«Bis vor kurzem gab es kaum eine Behandlung für die betroffenen Menschen in dieser Region. »

Prof. Dr. Niklaus Labhardt, Präsident SolidarMed

Er ist schon länger wach, denn Strom gibt es im krisengebeutelten Land jeweils nur in den frühen Morgenstunden, die er zum Arbeiten nutzt. Das Auto tankte er am Vortag mit einem Reservekanister. Momentan ist Benzin kaum erhältlich und wenn doch, bilden sich vor den Tankstellen Warteschlangen von mehreren hundert Metern. Gemeinsam fahren wir zum Musiso-Spital, wo SolidarMed unter anderem die Betreuung von Menschen mit Zuckerkrankheit (Diabetes) und Bluthochdruck unterstützt.

Heute ist Sprechstundentag. Chronische, nicht-übertragbare Krankheiten treten auch in ärmeren Gegenden Afrikas immer häufiger auf. Sie gelten als Armutsfalle, da die Behandlung sehr teuer ist, und sie oft zu Langzeitschäden führen, welche die Erwerbsfähigkeit einschränken. Heute Morgen warten über 150 Betroffene unter den Bäumen vor dem Spital. In vier Räumen werden zeitgleich Sprechstunden durchgeführt, Blutwerte bestimmt und wo nötig die Therapie angepasst. Eine Pflegefachperson sieht hier 40 bis 70 Patient/innen an einem Tag. Eine Mittagspause gibt es nicht. Die Patient/innen sind froh um dieses Tempo, denn auf viele wartet ein langer Heimweg.

Einmal pro Monat besucht Dr. Mutengerere die Klinik um das Personal zu supervisieren, weiterzubilden oder Patient/innen mit kompliziertem Verlauf selbst zu beurteilen. Wo immer eine Frage auftaucht, etwas nicht klar ist, wird er gerufen. Bis vor kurzem gab es kaum eine Behandlung für die betroffenen Menschen in dieser Region. Deshalb initiierte SolidarMed gemeinsam mit den Partnerspitälern ein Projekt, das es trotz Wirtschaftskrise, begrenzten Mitteln und zu wenig Gesundheitspersonal erlaubt, möglichst vielen eine Diabetes- und Bluthochdruck-Therapie zu ermöglichen. Die Langzeitfolgen einer solchen chronischen Erkrankung zu vermeiden ist ein ganz konkreter Beitrag zur Armutsreduktion, da diese Menschen weiterhin sozial und wirtschaftlich aktiv und produktiv bleiben.

Das Projekt wird von Simbabwern für die Leute in Simbabwe geführt und widerspiegelt so unseren Ansatz: vor Ort Kompetenzen schaffen und fördern. Denn mittelfristig soll die Diabetes- und Blutdrucktherapie auf weitere Spitäler ausgeweitet werden. Ihre Unterstützung ermöglicht SolidarMed, Fachleute wie Dr. Alvern Mutengerere anzustellen, um Pflegefachpersonen aus- und weiterzubilden oder die notwendige Infrastruktur aufzubauen. Dies, damit chronische Krankheiten in Simbabwe keine Armutsfalle mehr sind.

Herzlichen Dank für Ihr Engagement!

Niklaus Labhardt, Präsident SolidarMed

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