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Ein Gemeinschaftszentrum gegen die Armut

14.03.2022

In informellen Siedlungen in Südafrika fehlt es an allem. Mit einem neuen Gemeinschaftszentrum unterstützt SolidarMed dort HIV-betroffene Kinder und Jugendliche, damit sie eine Chance auf eine bessere Zukunft haben. Auch ihre Eltern profitieren davon.

Gonubie Farmers Hall ist eine informelle Siedlung in der Nähe der Hafenstadt East London. Es gibt weder Strom noch fliessendes Wasser. Das schadet der Gesundheit der Kinder. Martin Ramsauer

Die alleinerziehende Mutter Kuti Malawu lebt mit ihren vier Kindern, darunter der fünfjährige Mpho und der achtjährige Anga, seit mehreren Jahren in Gonubie Farmers Hall. Martin Ramsauer

Hoffnung gibt das neue Gemeinschaftszentrum von SolidarMed und ihrer lokalen Partnerorganisation Jika Uluntu. Es beinhaltet eine Kinderkrippe, einen grossen Spielplatz, ein Schulzimmer mit Computern, eine Küche und ein Büro. Martin Ramsauer

Kinder sind hier gut betreut. Sie erhalten ein Mittagessen, können draussen spielen und an diversen Kursen teilnehmen. Schulkinder erhalten Unterstützung bei den Hausaufgaben und können an Lernprogrammen und Gruppenkursen teilnehmen. Martin Ramsauer

Bereits Primarschüler:innen erhalten sehr viele Hausaufgaben, doch ihren Eltern fehlt meist die Zeit oder das Wissen, um sie zu unterstützen. Im Gemeinschaftszentrum erhalten die Kinder Aufgabenhilfe und werden individuell gefördert. Martin Ramsauer

Trotz Aufwachsen unter schwierigen Umständen haben die Kinder der informellen Siedlung dank dem neuen Gemeinschaftszentrum eine Chance auf eine bessere Zukunft. Martin Ramsauer

Gonubie Farmers Hall in der Nähe der Hafenstadt East London ist eine informelle Siedlung. Rund 900 Menschen haben sich provisorische Häuser gebaut aus Holz, Wellblech und Karton, eingebaute Fenster lassen Licht in die kleinen Wohnräume.

Fliessendes Wasser, eine Toilette oder Strom haben die wenigsten der Bewohner:innen. Denn da es die Siedlung offiziell nicht gibt, kümmern sich die Behörden kaum um sie. Einzig einmal pro Woche bringt ein Lastwagen Trinkwasser, und ab und zu kommt eine mobile Klinik vorbei, um den Leuten einen minimalen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu bieten.

Die Kinder, die hier aufwachsen, sind direkt betroffen von den misslichen Verhältnissen in der Siedlung, der Armut ihrer Eltern und einer Perspektivenlosigkeit. Bis vor kurzem fehlten betreute Freizeitangebote, Aufgabenhilfen oder jemand, der Zeit für sie hat.

Lichtblicke für die nächste Generation

Das ist nun anders: Dank SolidarMed steht seit rund einem Jahr steht in Gehdistanz zur informellen Siedlung ein neues Gemeinschaftszentrum. Hier hat es nun eine Kinderkrippe, einen grossen Spielplatz, ein Schulzimmer mit Computern, eine Küche und ein Büro. Kinder aus der informellen Siedlung und weiteren Dörfern in der Umgebung erhalten ein Mittagessen, Unterstützung bei den Hausaufgaben und können an Lernprogrammen und Gruppenkursen teilnehmen.

Das umfasst auch eine altersgerechte Aufklärung zu HIV/Aids, denn auch in dieser Gegend von Südafrika sind sehr viele Leute mit HIV infiziert – oft ohne es zu wissen. Deshalb ist es besonders wichtig, bereits die Kinder dafür zu sensibilisieren. Sie werden auch auf HIV getestet und wenn nötig medizinisch betreut.

«Im Gemeinschaftszentrum werden die Kinder beim Lernen individuell unterstützt, das stärkt ihr Selbstvertrauen und macht Spass», sagt Emma Rutherford. Sie ist Geschäftsleiterin von Jika Uluntu, der lokalen Partnerorganisation von SolidarMed, welche das Projekt umsetzt. Martin Ramsauer

Das Gemeinschaftszentrum stösst auf grossen Anklang. «Insbesondere der Bedarf an Unterstützung bei den Hausaufgaben ist riesig», erklärt Emma Rutherford, Geschäftsleiterin von Jika Uluntu. Jika Uluntu ist die lokale Partnerorganisation von SolidarMed, welche das Projekt umsetzt. «Bereits die Primarschüler:innen erhalten sehr viele Hausaufgaben, doch ihren Eltern fehlen meistens die Möglichkeiten oder das Wissen, um ihre Kinder zu unterstützen. Im Gemeinschaftszentrum werden die Kinder beim Lernen individuell unterstützt, das stärkt ihr Selbstvertrauen und macht Spass», sagt Emma Rutherford.

Die Eltern profitieren auch

Für die Eltern sei das Zentrum eine riesige Entlastung, erzählt Emma Rutherford weiter: «Sie haben die Gewissheit, dass ihre Kinder auch nach der Schule gut aufgehoben sind und ihre Hausaufgaben erledigen. Sonst wären viele Kinder sich selbst überlassen, während ihre Eltern am Arbeiten oder auf Arbeitssuche sind».

SolidarMed unterstützt im Projekt ausserdem gezielt auch die Erwachsenen. In Gonubie Farmers Hall, der informellen Siedlung, und in der unmittelbaren Umgebung besuchen Sozialarbeiter:innen regelmässig rund 130 Haushalte. Sie beraten die Erwachsenen zu Themen rund um Gesundheit, Erziehung und Arbeitssuche. Sie unterstützen sie auch beim Ausfüllen und Einreichen von Dokumenten, beispielsweise um staatliche Kindergelder zu beantragen. Das hilft auch dem körperlichen und psychischen Wohlergehen der Kinder. So haben sie trotz schwierigen Umständen eine Chance auf eine bessere Zukunft.

Hier erfahren Sie mehr zu unseren Projekten in Südafrika

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