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Gesundheitsversorgung für alle

27.05.2020

SolidarMed-Präsident Prof. Dr. Niklaus Labhardt blickt im frisch erschienenen Jahresbericht auf das Vereinsjahr 2019 zurück und ordnet die geleistete Arbeit ein. Viel wurde erreicht, doch die Coronakrise zeigt, dass funktionierende Gesundheitssysteme dringend nötig sind, um nachhaltig die Lebensbedingungen der Menschen in den Projektländern zu verbessern.

SolidarMed-Präsident Niklaus Labhardt im Gespräch mit Kindern in Lesotho.

1978 hat die Weltgesundheitsorganisation die Alma-Ata-Erklärung veröffentlicht. Bis heute sind die darin festgehaltenen Grundsätze der medizinischen Grundversorgung Leitlinie für SolidarMed und unsere Projektpartner im Süden. Insbesondere in den ländlichen, oft abgelegenen Projektgebieten von SolidarMed ist die medizinische Grundversorgung noch immer ein notwendiger Hauptfokus: sauberes Wasser, Moskitonetze, Möglichkeiten der Familienplanung, sichere Geburten, sowie Prävention und Therapie akuter infektiöser Erkrankungen.  

Unsere Partnerländer haben sich glücklicherweise weiterentwickelt und die jahrzehntelange Zusammenarbeit trägt Früchte. In vielen Regionen unserer Projektländer kann das staatliche Gesundheitssystem die primäre Gesundheitsversorgung heute selbst tragen. Gleichzeitig sind neue Herausforderungen für das Gesundheitswesen entstanden. So haben chronische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, HIV, Tuberkulose und psychische Erkrankungen, die eine komplexere Behandlung erfordern, teilweise stark zugenommen. Im Sinne eines gerechten Zugangs müssen auch diese Krankheiten Teil der medizinischen Grundversorgung werden.

Zusammen mit unseren Partnern haben wir uns im vergangenen Jahrzehnt diesen neuen Herausforderungen gestellt. Wir haben massgeblich dazu beigetragen, dass vielerorts HIV-Therapien Teil der primären Gesundheitsversorgung geworden sind und Patient/innen entsprechende Therapien erhalten. Durch konsequente Ausbildung und Supervision von Dorfgesundheitsarbeiter/innen stärken wir die Bindung zwischen der Bevölkerung und den Gesundheitsversorgern. Unsere Aus- und Weiterbildungsprogramme für das Gesundheitspersonal und die direkte Ausrüstung von Spitälern stellen sicher, dass die Kliniken und Gesundheitszentren bereit sind, sich Patient/innen und ihren medizinischen Problemen anzunehmen.

SolidarMed im neuen Jahrzehnt

Wohin steuert SolidarMed und wie werden unsere Projekte im kommenden Jahrzehnt aussehen? SolidarMed ist dem internationalen Ziel einer universell zugänglichen Gesundheitsversorgung «Universal Health Coverage» (UHC) verpflichtet. Das bedeutet, dass Vorsorge und Therapie aller in einer Bevölkerung wichtigen Krankheiten allen Menschen zugänglich sind. Dabei dürfen die Behandlungskosten nicht zu einer Verarmung führen. In der Überzeugung, dass es jedem Menschen möglich sein muss, eine qualitativ angemessene Gesundheitsversorgung zu erhalten, werden wir uns weiterhin für UHC einsetzen. Dies können wir nicht allein erreichen. Zusammen mit unseren Partnern analysieren wir, wo Lücken in der Gesundheitsversorgung bestehen und richten unsere Projekte danach aus.

«Aids & Kind» schliesst sich SolidarMed an

Speziell hervorzuheben ist, dass im vergangenen Jahr die schweizerische Stiftung «Aids & Kind» beschlossen hat sich aufzulösen und ihr Stiftungsvermögen sowie die Verantwortung zur Weiterführung der Projekte an SolidarMed zu übertragen. Diese Projekte mit einem psychosozialen Fokus unterstützen Kinder in Kenya, Südafrika und Indien, die direkt oder indirekt von HIV betroffen sind. SolidarMed wird diese Projekte im Sinne der Spender/innen und Partnerorganisationen weiterführen. Auch dies im Zeichen eines gerechten Zugangs zu Prävention und Gesundheitsversorgung für alle.

SolidarMed in Zeiten der globalen Pandemie

Die Welt steht im Bann der COVID-19-Krise. Noch ist nicht klar, wie stark das neue Coronavirus Afrikas Bevölkerung treffen wird. Es ist möglich, dass dank einer durchschnittlich sehr jungen Bevölkerung die Auswirkungen weniger schwer sein werden als befürchtet. Wahrscheinlicher ist aber, dass es in den überbevölkerten Metropolen, Townships und Slums zu einer rasanten Ausbreitung und hohen Opferzahlen kommen wird, insbesondere bei Bevölkerungsgruppen, die unter Immunschwächen aufgrund von HIV oder einer Mangelernährung leiden. COVID-19 wird die Gesundheitssysteme in Afrika (über)belasten und die normale Grundversorgung wird stark leiden. SolidarMed unterstützt daher alle Partnerländer dahingehend, dass trotz des neuen Coronavirus Kinder weiterhin geimpft werden, HIV Patient/innen weiterhin ihre Medikamente erhalten und Mütter weiterhin sicher gebären können.

Das Beispiel COVID-19 zeigt, wie wichtig es ist, dass SolidarMed auch im kommenden Jahrzehnt eine agile Organisation bleibt, die sich den Gesundheitsbedürfnissen der Bevölkerung anpasst
und sich jener Gesundheitsprobleme annimmt, die ansonsten nicht oder ungenügend abgedeckt werden. Unsere Arbeit für einen gerechteren Zugang zu guter Gesundheitsversorgung können wir nur dank Ihrer Unterstützung leisten. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle für Ihre Unterstützung in den vergangenen Jahren danken. Ich hoffe, wir dürfen auch im kommenden Jahrzehnt auf Sie zählen.
Mein Dank geht auch an unsere engagierten Teams und Partner in Lesotho, Mosambik, Sambia, Simbabwe und Tansania und an unsere Mitarbeitenden in der Schweiz.
Gemeinsam kommen wir der Vision einer Universal Health Coverage einen Schritt näher.

Herzlichen Dank!

Die Tuk-Tuk-Ambulanz wurde während der Covid-19-Pandemie mit Kanistern zum Händewaschen ausgestattet.

Intensive Hygieneinformationen wie Händewaschen mit Seife sind nun wichtig. Wassermangel und fehlende Seife sind dabei eine grosse Herausforderung. Bild: Spital Chikombezi, Simbabwe.