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Interview mit Martin Ramsauer

30.09.2020

Der bisherige Aids & Kind - Projektverantwortliche und Co - Geschäftsführer Martin Ramsauer ist auch nach dem Zusammenschluss der Stiftung mit SolidarMed verantwortlich für die Programme in Südafrika, Kenia und Indien. Im Interview äussert er sich zu seiner Arbeit.

HIV/Aids-betroffene Familien in den informellen Siedlungen von East London werden mit ihren Sorgen und Nöten nicht allein gelassen, sondern durch Sozialarbeiter/innen unterstützt.

Was erhoffen Sie sich für Ihre bisherigen Projekte unter dem Dach von SolidarMed?

Ich wünsche mir, dass die medizinische Komponente unserer Projekte durch das Know-how von SolidarMed weiter gestärkt wird. Zudem hoffe ich, dass einige Projekte auch deutlich ausgebaut werden können, wie dies ohne die Zusammenarbeit mit SolidarMed nicht möglich wäre und wir so dazu beitragen, dass mehr HIV/Aids-betroffene Kinder ein gesundes und unabhängiges Leben in Würde führen können.

Wie schätzen Sie die Bedrohung durch HIV für Kinder im Jahr 2020 ein?

Glücklicherweise ist die Mutter-Kind-Übertragung durch die entsprechenden Schutzmassnahmen in den letzten Jahren weltweit und auch in unseren Einsatzländern stark zurückgegangen. Die grösste Risikogruppe für Neuansteckungen im südlichen Afrika sind heute die 15 bis 24-jährigen jungen Frauen, und zwar als Folge der Armut. Wir müssen den Teufelskreis von Armut und HIV durch einen ganzheitlichen Ansatz durchbrechen – nur so wird es uns gelingen, die Bedrohung durch diesen Virus nachhaltig zu verringern.

 

Wie passt ein Projekt in Indien zu den Programmen in Afrika?

Aids & Kind wurde in Indien tätig, weil die Not HIV-betroffener Menschen dort ebenso gross ist wie in Subsahara-Afrika. Viele HIV-Positive in Indien haben immer noch keinen Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten und die riesige Stigmatisierung führt zur sozialen Isolation und teilweise sogar zum Schulausschluss der Kinder.

 

Welche Stärke von Aids & Kind sollte Solidar-Med unbedingt weiter pflegen?

Der Erfolg unserer Arbeit gründet auf vier Hauptpfeilern: der engen und sehr persönlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den lokalen Partnerorganisationen, der Nähe zu den Begünstigten, dem ganzheitlichen Ansatz und dem langfristigen Engagement. SolidarMed war für Aids & Kind der Wunschpartner, weil wir denken und hoffen, diesen erfolgreichen Weg auch unter dem neuen Dach beibehalten zu können.