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Das Leben im Dorf verstehen

19.09.2019

Sie könnte im Auditorium einer Universität oder auf der Bühne eines Konferenzzentrums stehen und zu Studenten sprechen. Ihr Publikum aber sind traditionelle Heiler, Gesundheitshelfer oder Hebammen. ‘Me Laetitia Tanka ist SolidarMeds Senior Project Nurse an einem der abgelegensten Orte Lesothos.

Laetitia Tanka betreut für SolidarMed seit letztem Jahr Projekte im abgelegenen Distrikt Mokhotlong.

Konzentriert beantworten die Teilnehmenden Fragen zu Geburtshilfe und Dorfkrankheiten.

Traditionelle Heilerinnen und Heiler treffen sich in einem zweitägigen Workshop zum Austausch mit SolidarMed.

Als junge Erwachsene absolvierte sie an der Paray School of Nursing die Ausbildung zur Hilfskrankenschwester und schloss mit Auszeichnung ab. Ihre Leistungen sprachen sich herum und so fand sie einen privaten Förderer aus der Schweiz, der ihr ein Stipendium für ihre weitere Ausbildung zur diplomierten Krankenpflegerin und Hebamme zusagte. Später studierte sie an der Universität Limpopo in der Nähe von Pretoria in Südafrika, wo sie mit dem Bachelor of Advanced Science abschloss.

Laetitia Tanka spricht vor den anwesenden traditionellen Heiler/innen klar und eindringlich über Verhütung und Familienplanung. Sie zeigt grundlegende Handgriffe der Geburtshilfe und lässt die Teilnehmenden in kleinen Arbeitsgruppen das Gelernte vertiefen. Der Unterrichtsstil ist modern, partizipativ und zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Anwesenden.

Glücklich scheint auch ‘Me Tanka am Ende des ersten Kurstags zu sein. «Das Wichtigste ist das gegenseitige Vertrauen. Die traditionellen Heiler/innen kennen ihre Grenzen bei der Behandlung von Krankheiten oder Geburtskomplikationen», sagt Tanka. «Schöpfen sie erst einmal Vertrauen in SolidarMed und die staatlichen Gesundheitszentren, dann leiten sie die Patienten bei ernsten gesundheitlichen Problemen eher dorthin weiter.»

SolidarMed Fokus 03/19

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