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Peer Education in SolidarMed Projekten

17.03.2021

SolidarMed engagiert sich in mehreren Projektländern im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Der Peer Educator-Ansatz ist einer der Ansätze, der in diesem Zusammenhang verwendet wird.

Die Kinder und Jugendlichen hören Collins Omondi beim monatlichen Treffen aufmerksam zu.

Die Sozialisierung von Jugendlichen und der Austausch von Wissen geschieht in vielen Kulturen über gleichaltrige Freundinnen und Freunde. Darauf baut auch der Ansatz der Peer Education bei Fragen der reproduktiven und sexuellen Gesundheit in den Projekten von SolidarMed. Die Vermittlung von Wissen und Diskussionen über Fragen der reproduktiven und sexuellen Gesundheit kann sehr effektiv unter Gleichaltrigen geschehen. Junge Menschen verinnerlichen Botschaften oder passen ihr Verhalten besser an, wenn sie von Personen auf Augenhöhe vermittelt werden, von Menschen, die dieselben Sorgen teilen. Gerade in einem sozio-kulturellen Kontext indem viele Themen tabubehaftet sind, zeigt diese Methode Erfolg.

Collins ist zu einem selbstbewussten und fröhlichen jungen Mann herangewachsen.

Collins Omondi ist einer der Peer Educator

Als Halbwaise und selbst HIV-positiv geboren und in sehr armen Verhältnissen aufwachsend, hatte er keinen leichten Start ins Leben. Aufgrund von Nebenwirkungen eines HIV-Medikamentes verlor er fast sein Augenlicht, was wiederum schwache Schulleistungen zur Folge hatte. Sein Lehrer meinte damals: «Du verschwendest deine Zeit in der Schule, du stirbst sowieso bald». Dank dem sozialen Austausch mit anderen HIV-positiven Kindern im Kinderclub unseres Projekts NAFASI und dem Wissen, das ihm dort vermittelt wurde, hat er seine Schüchternheit und Zurückgezogenheit abgelegt und zu neuem Selbstbewusstsein gefunden. Er ist zu einem verantwortungsvollen und unabhängigen jungen Mann herangewachsen, der nicht nur erfolgreich eine Elektrikerlehre absolviert hat und seine aidskranke, bettlägrige Mutter pflegt, sondern auch als Peer Educator andere HIV-positive Kinder und Jugendliche tatkräftig unterstützt.

5 Fragen an Collins Omondi

Was macht Dir am meisten Spass als Peer Educator?

Ich darf andere durch meine Erfahrungen auf ihrem Weg unterstützen und lerne selbst jedes Mal dabei viel Neues dazu.

Was ist die grösste Herausforderung als Peer Educator?

Die einzelnen Situationen der Kinder und Jugendlichen sind sehr unterschiedlich. Es ist nicht immer einfach die richtigen Ratschläge zu geben und eine offene und direkte Konversation zu beginnen.

Warum ist Dein Einsatz wichtig?

Die Jugendlichen hören eher auf mich, weil ich in einem ähnlichen Alter bin. Sie vertrauen mir auch, weil ich viele schon lange kenne und wir Freunde geworden sind.

Was sind die Reaktionen der Erwachsenen?

Sie sehen mich als ein gutes Beispiel und sind froh, dass ich mit ihren Kindern spreche. Sie wissen, wie viele Herausforderungen ich bereits in meinem Leben gemeistert habe und haben mich aufwachsen gesehen.

Auf was bist Du besonders stolz?

Ich lasse mich von dem HI-Virus in meinem Körper nicht dominieren und bin stolz darauf ein normales Leben führen zu können.

Selbstbewusst und gestärkt durch seine Rolle als Peer Educator: Collins Omondi.

Collins ist ein sehr beeindruckendes Beispiel für die Wirkung von Peer Educators auf andere Jugendliche wie auch für das eigene Wachsen eines Peer Educators durch seine Rolle. Mit der Hilfe von Collins und vielen anderen – und Dank Ihrer Unterstützung – sorgt SolidarMed dafür, dass wir dem Ziel der Vereinten Nationen, von sexueller und reproduktiver Gesundheit als wichtigem Pfeiler der Gesundheit, näherkommen.

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