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Update aus Lesotho und Südafrika

02.02.2021

Lesotho und Südafrika sind von Covid-19 und der neuen Virusvariante besonders stark betroffen: Südafrika hat fast die Hälfte der Coronavirus-Todesfälle auf dem Kontinent zu verzeichnen. Auch die Lage im von Südafrika umschlossenen Binnenstaat Lesotho ist angespannt: Seit Mitte Dezember gibt es dort einen extremen Anstieg der Corona-Fälle. Die Spitäler wie auch die Leichenhallen waren vor allem Anfang Januar überlastet.

Bei einem Screening in Lesotho misst ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens bei einem Mann die Temperatur.

Alarmstufe Orange in Südafrika

Als regionales Wirtschaftszentrum zieht Südafrika viele Migranten an. Die Grenzübergänge sind stark überlastet, auch diese zu Lesotho. Der starke Anstieg der Fälle im Dezember wird zum Teil auf die vielen Reisen zwischen Stadt und Land im Dezember aufgrund der Festtage und auf die Ausbreitung der neuen Variante des Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) zurückgeführt. Viele Menschen waren Covid-19-Infektionen ausgesetzt, als sie an den Grenzen viele Stunden warten mussten, um diese zu passieren. Vor mehr als einem Monat hat der südafrikanische Präsident deshalb die dritte (zweithöchste) Alarmstufe verhängt. Es gilt, unter anderem, eine Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens und der Kauf und Konsum von Alkohol wurde verboten. Darüber hinaus beschloss die südafrikanische Regierung am 11. Januar, seine Landesgrenzen für die allgemeine Ein- und Ausreise bis am 15. Februar zu schliessen.

Impfstart nicht vor Juli 2021 erwartet

Unsere lokalen Mitarbeitenden entschlossen sich ebenso anfangs Januar ihre Büros wieder zu schliessen und wenn möglich aus der Ferne zu arbeiten. Mitarbeitende, die andere Menschen engmaschig betreuen, werden in den regelmässig stattfindenden Teammeetings über die nötigen Vorsichtsmassnahmen informiert, um sich selbst und andere besser zu schützen. Vielerorts sind die Spitäler überfüllt. Und unsere Teamkolleg/innen berichten von zahlreichen, teilweise schwer an Covid-19 erkrankten Menschen und auch von Todesfällen aus ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld. Unsere lokalen Partner gehen davon aus, dass Südafrika nicht vor Ende der ersten Jahreshälfte mit dem Impfen beginnt.

Lesotho: Gesundheitssystem am Limit

Seit Mitte Dezember vermeldet Lesotho sehr viele neue Fälle. Dies hat mehrere Gründe. Häufig wurden bei den Grenzübergängen nur Einreisende nach Südafrika getestet, Arbeiter überquerten die Grenze von Südafrika zurück nach Lesotho illegal, um sich dem kostenpflichtigen Test zu entziehen und zudem besteht ein grosser Mangel an Testkapazität. Der ursprünglich auf zwei Wochen festgelegte Lockdown ab Mitte Januar wurde letzte Woche von der Regierung bis anfangs Februar verlängert. Reisen zwischen den Distrikten ist nur begrenzt möglich. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt, dass die Schliessung der Grenzübergänge zu Südafrika, Lesotho hart treffen werden. Das Binnenland importiert den Grossteil seiner Waren aus Südafrika. Die FAO sagt weiter, dass sich aktuell mehr als 580'000 Menschen von insgesamt 2,2 Millionen Einwohnern in Ernährungsunsicherheit befinden.

SolidarMed-Mitarbeitende trauern um Verlust von Familienmitgliedern

Alle lokalen SolidarMed-Mitarbeitenden, die können, unterstützen die Covid-19 bezogenen Massnahmen, so zum Beispiel die Screenings. Es gibt einige positive Fälle innerhalb des Teams, weitere haben bereits enge Familienangehörige an das Coronavirus verloren. Die Situation in Lesotho ist deshalb für alle sehr schwierig.