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Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung

15.05.2020

Was tun, wenn ein Staat nicht Sorge für seine Kranken tragen kann? Wenn er überfordert ist, weil die Herausforderungen im Gesundheitswesen gross und die Budgets klein sind? Wenn Gesundheitspersonal an der Belastungsgrenze arbeitet? Und Spitäler nicht nachkommen, weil sie überfordert sind mit Ebola, Cholera und Corona?

Das Bild auf der Titelseite des Jahresberichts 2019 zeigt Solohu Sebo aus Mosambik. Im Gespräch mit Gaoussou Diakité und Anna-Katharina Bagemiel berichtet sie von den Folgen des Zyklons Kenneth auf ihr Leben und die anschliessende Unterstützung durch SolidarMed im Jahr 2019.

Für Frauen und Kinder

Esther Duflo hat nach Antworten auf diese Fragen gesucht und 2019 dafür den Nobelpreis für Wirtschaft erhalten. Uns hat diese Auszeichnung beflügelt, denn diese Fragen begleiten unsere Arbeit Tag für Tag. Beantwortet haben wir sie mit Hilfe unserer Projekte. Wir haben die medizinische Grundversorgung gestärkt, unterernährte Kinder behandelt, Bildung für Mädchen gefördert, sauberes Trinkwasser bereitgestellt oder psychosoziale Unterstützung angeboten. Wir haben Malaria behandelt, HIV bekämpft und sichere Geburten ermöglicht.

Und immer haben wir darauf geachtet, dass diejenigen im Mittelpunkt unserer Projekte stehen, die unsere Solidarität am meisten benötigen: Frauen, Kinder und arme Menschen. Die Landbevölkerung, die Schwachen. Für ihre Gesundheit engagieren wir uns. Gemeinsam mit unseren Partnern im Süden, in der Schweiz und in Liechtenstein.

Rasche Hilfe in Humanitären Krisen

Frauen und Kinder waren auch die Hauptleidtragenden der zahlreichen humanitären Notsituationen, die uns 2019 bewegt haben. In Simbabwe und Mosambik vernichteten die Zyklone Idai und Kenneth beispielsweise innerhalb kürzester Zeit die Lebensgrundlagen hunderttausender Menschen. Menschen, die sowieso schon täglich um ihr Überleben kämpfen. Rasch und pragmatisch hat SolidarMed hier zusammen mit anderen Schweizer Partnern für mehr als 400'000 betroffene Menschen humanitäre Hilfe geleistet, Medikamente bereitgestellt, sauberes Trinkwasser organisiert, Schutz und Zuflucht geschaffen. Zusammen mit den Behörden sorgten wir nach diesen Katastrophen auch dafür, dass Spitäler und Gesundheitszentren für künftige Krisen besser gerüstet sind.

Ausbildung, Jobs und starke Spitäler

Dazu gehört insbesondere die berufliche Bildung von Gesundheitspersonal. Sie steigert nicht nur die Qualität der medizinischen Behandlung. Ausgebildete Menschen finden auch leichter Arbeit, erzielen ein Einkommen und ernähren ihre Familien. Das Fördern der Kompetenzen unserer lokalen Partner blieb deshalb weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer Programme. 36 Spitäler, 156 ländliche Kliniken, 25 Ausbildungszentren und ein universitärer Studiengang konnten 2019 von der Unterstützung durch SolidarMed profitieren. Stolz sind wir auch auf die neu ausgebildeten 44 Fachberater/innen, die zusammen mit unseren Partnern die Diagnose, Behandlung und Pflege in den Spitälern massgeblich verbessert haben.

Schweizer Expertise, frischer Wind und neue Ideen

Wirkungsvolle Entwicklungszusammenarbeit lebt von Kompetenz und Erfahrung. Dies betrifft sowohl medizinische Fachthemen als auch angrenzende Bereiche wie klimafreundliches Bauen oder digitale Schulungsmethoden. Um diese Expertise bereitzustellen, arbeitet SolidarMed mit einem Netzwerk von Schweizer Fachexperten, Universitäten und Privatunternehmen zusammen. Zusammen mit ihnen haben wir 2019 zahlreiche innovative Lösungen entwickelt, umgesetzt und wissenschaftlich aufgearbeitet. Besonders stolz sind wir auf die Zusammenarbeit mit der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Lausanne zum Aufbau von medizinischem Notfalltransport in Mosambik,  der Forschungszusammenarbeit mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut und der Kollaboration mit dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern zur verbesserten Diagnose und Behandlung von HIV. Auch die mit unseren liechtensteinischen Partnern entwickelten Ansätze im Bereich der Gesundheitsbildung und Unternehmertum in Sambia waren Meilensteine im letzten Jahr.

Über Expertise und Kompetenz verfügt SolidarMed nicht nur in Fachfragen, sondern auch in der Umsetzung. Unsere Mitarbeitenden sind vor Ort, kennen die Situation und suchen nach nachhaltigen Lösungen, die weiterhin Bestand haben, wenn unsere Projekte enden.

Verantwortung für nachhaltige Entwicklung

Wir bemerken jeden Tag, wie schnell sich die Welt verändert. Auch SolidarMed verändert sich. Um eine gesunde Zukunft für unsere Kinder zu ermöglichen, berücksichtigt SolidarMed im Rahmen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zunehmend auch «neue» Themenfelder wie die Auswirkungen von Klimawandel, Migration oder aufkommende Epidemien. Im Mittelpunkt unserer Aktivitäten aber bleibt die Gesundheit von Kindern, Frauen und Jugendlichen in den ärmsten Regionen der Welt. 1,7 Millionen Patient/innen konnten dank unserer Arbeit eine Erkrankung wie Malaria, Tuberkulose oder Asthma ambulant behandeln lassen. Und 32’900 Menschen überlebten dank lebensrettender HIV - Behandlung. All diese Menschen erhielten dank SolidarMed eine zweite Chance. Eine lebenswerte, faire und gesunde Zukunft für unsere Kinder können wir  dann schaffen, wenn wir gemeinsam handeln.

Ohne die Unterstützung der zahlreichen Spender/innen, Gönner/innen, Mitglieder, Erblasser/innen, Firmen, Stiftungen und Partnerorganisationen wäre unsere Arbeit nicht möglich. Mein herzlicher Dank gilt allen, die unsere Arbeit ermöglichen und uns ermutigen, weiterzumachen. Für eine gesunde Welt und eine lebenswerte Zukunft.

Jochen Ehmer, Geschäftsleiter SolidarMed

 

Hier finden Sie unseren Jahresbericht 2019