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SolidarMed gewinnt Pfizer-Preis

13.08.2019

Der renommierte Pfizer-Forschungspreis für Infektiologie geht dieses Jahr an das Schweizer Hilfswerk SolidarMed. Mit Dr. Josephine A. Muhairwe und Isaac K. Ringera werden gleich zwei Mitarbeitende von SolidarMed in Lesotho ausgezeichnet für ihre wegweisende Studie zur HIV-Bekämpfung in ihrem Land.

Der Preis ehrt nicht nur erstklassige HIV-Forschung, sondern die erfolgreichen Bemühungen lokales Know-How in Lesotho und Forschungsexpertise aus der Schweiz zu vereinen.

Dass eine Schweizer Nonprofit-Organisation den renommierten Pfizer-Forschungspreis gewinnt ist ein Novum. Ausgezeichnet wird eine Studie zu HIV/Aids, die SolidarMed zusammen mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) in Lesotho durchgeführt hat. Zwei der ausgezeichneten Forscher stammen aus Uganda und Kenia. Diese Auszeichnung steht damit auch sinnbildlich für die fruchtbare Zusammenarbeit eines Hilfswerks mit Forschungsorganisationen in der Schweiz und afrikanischen Experten, mit dem direkten Ziel die Gesundheitssituation lokal zu verbessern. «Komplexe Forschungsprojekte wie unsere HIV-Studie in den abgelegenen Bergregionen Lesothos sind nur dank starker lokaler Partner durchführbar», sagt Prof. Dr. Niklaus Labhardt, Leiter der mit dem Preis ausgezeichneten Studie, Präsident von SolidarMed und Arzt am Universitätsspital Basel. Während SolidarMed langjährige Expertise vor Ort, ein dichtes Netz an lokalen Partnern und Mitarbeitern, und Kenntnisse der gesundheitspolitischen Verhältnisse in die Zusammenarbeit einbringen konnte, lieferten Labhardt und sein Schweizer Team Expertise in der Planung und Durchführung der klinischen Studie.

Auszeichnung für wegweisende HIV-Studie

Feldteams der Schweizer Hilfsorganisation SolidarMed besuchten abgelegene Dörfer im Norden Lesothos und boten einen freiwilligen HIV-Test an. Positiv getestete Personen erhielten direkt vor Ort die benötigten Informationen zur Therapie und antiretrovirale HIV-Medikamente. So konnten die Patienten die Therapie am selben Tag zu Hause beginnen. «Mit dieser Strategie erreichen wir auch HIV-infizierte Menschen in abgelegenen ländlichen Gegenden, die sich sonst nicht auf HIV testen lassen und auch nicht die lebenswichtige Therapie beginnen, da der Weg zum Spital oft sehr weit und aufwendig ist», sagt SolidarMed-Präsident und HIV-Spezialist Niklaus Labhardt. Die Studie wurde im März in der renommierten Zeitschrift Journal of the American Medical Association (JAMA) publiziert und gilt als wegweisend für künftige Behandlungsstrategien von HIV/Aids.
Lesotho im südlichen Afrika gehört zu den am stärksten von HIV betroffenen Ländern der Welt. Ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung ist mit HIV infiziert. Viele Menschen kennen ihren HIV-Status jedoch nicht und stehen daher auch nicht unter Behandlung. Insbesondere in den abgelegenen Bergregionen Lesothos ist der Zugang zu HIV-Tests und Behandlung erschwert. Schlechte Verkehrswege und mehrstündige Fussmärsche zum nächsten Gesundheitszentrum führen dazu, dass Patient/innen die Therapie nicht beginnen oder schnell wieder abbrechen.

«Komplexe Forschungsprojekte wie unsere HIV-Studie in den abgelegenen Bergregionen Lesothos sind nur dank starker lokaler Partner durchführbar.»

Prof. Dr. Niklaus Labhardt, Präsident SolidarMed

Über Dr. Josephine A. Muhairwe

Die Ärztin ist Landeskoordinatorin von SolidarMed in Lesotho und verfügt über einen Master in Public Health in Developing Countrys. Die gebürtige Uganderin war Mitverantwortliche für die CASCADE-Studie in Lesotho leitete deren Durchführung, einschließlich der externen Überwachung und die Zusammenarbeit mit der nationalen Forschungs- und Ethikkommission. Dr. Muhairwe hat auch an den Publikationen zur CASCADE-Studie und bei der Verbreitung der Forschungsergebnisse mitgewirkt.

Über Isaac K. Ringera

Verfügt über ein Bachelordiplom in Nursing Science, eine Weiterbildung in Public Health und ein Zertifikat in HIV/Aids-Pflege und -Management. Derzeit absolviert der gebürtige Kenianer einen Master in Public Health. Für die CASCADE-Studie koordinierte er das Studienteam, war verantwortlich für die Datensammlung und deren sichere Verwaltung. Die Nachverfolgung der Studienpatienten und Aktualisierung der klinischen Referenzformen fällt ebenfalls in seinen Verantwortungsbereich.

Angaben zur Studie

Labhardt ND, Ringera I, Lejone IT., Klimkait T, Muhairwe J, Amstutz A, Glass TR. Effect of Offering Same-Day ART vs Usual Health Facility Referral During Home-Based HIV Testing on Linkage to Care and Viral Suppression Among Adults With HIV in Lesotho: the CASCADE Clinical Trial. Doi:10.1001/jama.2018.1818
Wurde publiziert auf jama.com am 6. März 2018.