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SolidarMed im Wandel der Zeit

SolidarMed war stets ein Kind seiner Zeit. Der Blick in die ersten Jahresberichte zeigt den katholischen Ursprung in den 1920er-Jahren. Seither hat sich SolidarMed immer wieder zu einer zeitgemässen NPO gewandelt. Geblieben ist das Bekenntnis zur Solidarität.

Glasdia aus dem SolidarMed-Archiv. Behandlungssituation im Sprechzimmer. Aufnahmedatum unbekannt.

Am 28. November 1926 trafen sich rund 60 Geistliche und Gesundheitsfachleute im katholischen Akademikerheim in Zürich um den «Schweizerischen katholischen Verein für missionsärztliche Vorsorge SKMV» zu gründen. Dieser sollte der mangelhaften medizinischen Hilfe der Kolonialmächte gegenüber den einheimischen Völkern entgegenwirken. Bald wurden Ärztinnen und Ärzte auf Lebenszeit in abgelegene Kolonien der Imperialmächte entsandt. Die Ärzte mussten mit wenig Personal und häufig sehr einfachen Mitteln bei Geburten helfen und Krankheiten wie Malaria, Lungenentzündungen und Hakenwürmer behandeln.

Ende der Kolonialzeit

In den ersten Jahrzehnten, auch während des zweiten Weltkrieges, zeichnete sich ein vergleichsmässig beständiger Rhythmus bei der Arbeit der Mediziner/innen ab. Die stark religiös geprägte Fürsorge stand im Vordergrund. Mit dem Ende der Kolonialherrschaft während der Nachkriegszeit fand aber eine Neuorientierung statt. Missionen wurden zu vollwertigen lokalen Kirchen, welche auch die ehemaligen Missionsspitäler weiterführten. Ab den Sechzigerjahren waren die vom SKMV unterstützten Fachleute zunehmend nicht mehr lebenslang als Missionsärztinnen und -ärzte tätig, sondern wurden im Rahmen eines Vertrags auf zwei bis drei Jahre rekrutiert und entsandt.

«Eine Organisation wie SolidarMed lernt nie aus. Neuste Erkenntnisse kombinieren wir mit unserer langjährigen Erfahrung.»

Jochen Ehmer, Geschäftsleiter SolidarMed

Neues Selbstverständnis als Partner

Der Fokus lag zunehmend auf nachhaltiger Unterstützung statt auf Fürsorge: Der Begriff «Entwicklungshilfe» wurde immer häufiger verwendet. Dies bedeutete, nicht einfach Personal zu entsenden, sondern die Infrastruktur in vernachlässigten Gebieten längerfristig aufzubauen und mit lokalen Partnern eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu etablieren. Ein solcher programmorientierter Ansatz ist ressourcenintensiver und bedeutete, dass sich die Organisation auf einige wenige afrikanische Ländern konzentrieren musste. Dieser Prozess des Umbruchs und der Neubesinnung in der postkolonialen Welt führte letztendlich dazu, dass sich der SKMV 1987 in «SolidarMed – Christlicher Dienst für medizinische Zusammenarbeit» umtaufte. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit wurde damit in den Vordergrund gerückt.

Tansania. Glasdias aus den Anfängen von SolidarMed.

Anatomieunterricht von lokalem Personal durch Ordensschwestern aus der Schweiz in Ifakara. Aufnahmedatum unbekannt.

Glasdia aus dem SolidarMed-Archiv. Behandlungssituation im Sprechzimmer. Aufnahmedatum unbekannt.

Ambulante Pflege. Coloriertes Glasdia aus den Anfängen von SolidarMed. Aufnahmedatum unbekannt.

Hilfe zur Selbsthilfe

War Anfang der Achzigerjahre nur eine Person an der Geschäftsstelle in Luzern tätig, so arbeiteten 1999 schon fünf Mitarbeiter/innen dort . Im neuen Jahrtausend ist das Team weiter gewachsen, was eine grössere zentrale Koordination mit einem ganzheitlichen, programmatischen und evidenzbasierten Ansatz erlaubte. 2008 verabschiedete SolidarMed die dazu passende Strategie, bei der die Stärkung der Gesundheitssysteme auf Distrikt- und Dorfebene betont wird. Unterstützung und «Hilfe zur Selbsthilfe» sind seither Kern der Programme und die ärztliche Tätigkeit ist dabei in einem grösseren Kontext verankert. 2009 gab sich SolidarMed ein konfessionsneutrales Leitbild und nennt sich seither «Schweizer Organisation für Gesundheit in Afrika».

Zusammenarbeit, die wirkt

Aus einem katholischen Verein für Schweizer Missionsärzte ist eine professionelle und multikulturell geprägte Organisation für internationale Zusammenarbeit geworden. Geblieben ist die Überzeugung, dass alle Menschen Anspruch auf angemessene gesundheitliche Versorgung haben.