Gemeinsam für Halt in haltlosen Zeiten
Über 40 Schweizer Hilfswerke, darunter SolidarMed, vereinen ihre Stimmen unter dem Motto «Halt in haltlosen Zeiten». Gemeinsam setzen sie ein Zeichen für die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in einer zunehmend unsicheren Welt.
Die Welt erlebt eine Phase wachsender Unsicherheit. Kriege, die Klimakrise und wirtschaftliche Krisen erschüttern ganze Regionen. Gleichzeitig geraten internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Lösungsansätze zunehmend unter Druck. Die Folgen dieser Entwicklungen betreffen nicht nur die unmittelbar betroffenen Länder, sondern auch die Schweiz als offenes und international vernetztes Land.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Ein solcher Zusammenschluss von Schweizer Hilfswerken ist ein Novum und die unmittelbare Antwort auf die wachsenden Abschottungs- und Rückzugstendenzen weltweit. Viele kleine und mittelgrosse Hilfswerke leisten wertvolle, kompetente Arbeit, bleiben dabei aber oft unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit. Mit einem gemeinsamen Auftritt finden die über 40 Organisationen nun Gehör weit über das Fachpublikum hinaus. Ihr gemeinsames Anliegen reicht von sauberem Trinkwasser über Bildung bis zur globalen Gesundheit.
Bei SolidarMed steht dabei ganz konkret die Gesundheit im Fokus. Gemeinsam mit lokalen Partner:innen stärkt SolidarMed Gesundheitssysteme im ländlichen Afrika, bildet Gesundheitsfachpersonen aus und verbessert den Zugang zu medizinischer Versorgung. Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung für Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und ein selbstbestimmtes Leben.

Gerade in Zeiten, in denen Menschen aus Verunsicherung die Lösung in Aufrüstung und Abschottung sehen, ist es wichtig, an die Bedeutung der grenzüberschreitenden, partnerschaftlichen Zusammenarbeit zu erinnern, insbesondere in Bezug auf die Gesundheitsförderung, denn Gesundheit ist ein globales Projekt.
Guido Keel, Vorstandsmitglied SolidarMed
Gesundheit: ein globales Gut
Warum sich SolidarMed für Gesundheit in Ländern wie Mosambik oder Lesotho einsetzt, liesse sich leicht mit dem Nutzen für die eigene Gesundheitssicherheit der Schweiz begründen. Für Guido Keel ist das nicht der Punkt: «Es gibt für mich nach wie vor eine moralische Pflicht, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, gerade wenn es einem so gut geht wie uns in der Schweiz.» Zudem kennt Gesundheit keine Landesgrenzen. Wie eng die Welt gesundheitlich miteinander verbunden ist, hat die Covid-19-Pandemie eindrücklich gezeigt. Ein Ausbruch an einem Ort der Welt kann innert Wochen zur globalen Krise werden. Die Pandemie hat damit vor Augen geführt, dass Gesundheit ein globales Gut ist und nachhaltige Fortschritte nur durch internationale Zusammenarbeit möglich sind.
Gerade deshalb zeigt der aktuelle Rückzug der USA aus Gesundheitsprojekten in Afrika, was auf dem Spiel steht. Langjährig aufgebaute und bewährte Strukturen werden geschwächt oder fallen ganz weg. Erfahrungen, Forschungsergebnisse und lokale Kompetenzen gehen verloren, obwohl die globale Gesundheitsgemeinschaft auf dieses Wissen angewiesen ist.
Verlässlichkeit als Antwort
Während andernorts bestehende Programme zurückgefahren werden, setzt SolidarMed auf langfristige Partnerschaften. Ein Beispiel dafür ist das Projekt ComBaCaL (Community Based Care Lesotho) von SolidarMed und der Universität Basel. Geschulte Dorfgesundheitsberatende behandeln mithilfe einer App sicher Bluthochdruck und Diabetes. Der Ansatz wird inzwischen auch auf Infektionskrankheiten wie HIV ausgeweitet. Das Projekt verbessert nicht nur die medizinische Versorgung vor Ort, sondern liefert auch wertvolle Erkenntnisse darüber, wie innovative Versorgungsmodelle selbst in abgelegenen Regionen funktionieren. Über Jahre entstehen so Erfahrungen, Fachwissen und bewährte Ansätze, die weit über Lesotho hinaus von Bedeutung sind.
«Halt in haltlosen Zeiten» bedeutet für SolidarMed vor allem, verlässlich zu bleiben, auch wenn sich die Welt verändert. Genau das verspricht Guido Keel: «Wir sind seit 100 Jahren hier, und wir werden auch in Zukunft hier sein, egal wie sich die geopolitische Grosswetterlage entwickelt.»


![image.field_media_image[0].alt](https://solidarmed.nodehive.app/sites/default/files/2026-08/Kein%20Titel%20%2872%20x%2034%20Zoll%29%20%281%29.png)