Veränderung beginnt unter Gleichaltrigen
Wie können junge Menschen Herausforderungen wie psychische Belastungen, Substanzkonsum, ungerechte Geschlechternormen und Arbeitslosigkeit begegnen? Das Forschungsprojekt PEGISUS hat einen Ansatz erprobt, der auf die Wirkung von Gleichaltrigen setzt.
Seit drei Jahren unterstützt das Forschungsprojekt PEGISUS (Peer Education for Gender Inclusion and Substance Use in Southern Africa) unter der Leitung der Universität Basel junge Menschen von 16-24 Jahren in Sambia, Simbabwe und Südafrika. Es ist in die Berufsausbildung integriert und befasst sich mit den verbundenen Herausforderungen von psychischer Gesundheit, Substanzkonsum, ungerechten Geschlechternormen sowie Jugendarbeitslosigkeit. Das Projekt baut auf den starken Einfluss von Gleichaltrigen auf und macht soziale Beziehungen zu einer Kraft für positive Verhaltensänderungen.
Die Projektleiter:innen Beatrice Chiyokoma (BC) aus Sambia und Mathias Basera (MB) aus Simbabwe haben unsere Fragen beantwortet.

Worauf seid ihr besonders stolz?
BC: Ich bin extrem stolz auf die Jugendlichen, mit denen wir zusammengearbeitet haben und die sich ohne Angst vor Stigmatisierung geoutet haben. Sie alle stammten aus wirtschaftlich benachteiligten Verhältnissen und hatten mit Substanzmissbrauch sowie ungerechten Geschlechtervorstellungen und Einstellungen zu kämpfen. Sie sagten, sie wollten sich ändern und haben die Entscheidung trotz der Vorurteile anderer durchgezogen.
Was habt ihr in diesen Jahren gelernt?
MB: Junge Menschen sind motiviert, sich zu ändern, wenn Gleichaltrige mitwirken. Da die Jugendlichen die Aktivitäten mitgestaltet haben, war die Akzeptanz sehr hoch. Der Jugendbeirat hat den Jugendlichen zudem eine Stimme gegeben.
Was wünscht ihr euch für die Zukunft, jetzt, wo dieses Projekt zu Ende geht?
BC: Ich wünsche mir, dass sich ihr Leben verbessert, dass sie gesündere Verhaltensweisen beibehalten und durch die Berufsausbildung und Präventionsinitiativen Hoffnung für die Zukunft gewinnen.
MB: Ich hoffe, dass der Ansatz von den politischen Entscheidungsträgern übernommen und in andere Berufsausbildungsprogramme integriert wird, damit mehr junge Menschen davon profitieren können.

